Himmelfahrtsgottesdienst im Bäker Holz - ein Erlebnisbericht

 

Das stille Kupfermühlental ist ein kleines Paradies, mit seiner Naturkulisse, mit den hohen buchenbestandenen Hängen, in dem noch der Eisvogel brütet, mit den versumpften Erlenwäldern und einem spiegelblanken Bachlauf. Romantik pur!

Bäk und seine Umgebung ist ein Fundort seltener geschützter Fauna und Flora. Am Bäker Weg im Bäker Gehölz fand sich unsere Gemeinde zusammen, um dem traditionellen ökomenischen Open-Air-Gottesdienst am Himmelfahrtstag zu lauschen.

Rainer Voß (Bürgermeister) betonte in seiner Begrüßung „das Verbindende eines Gottesdienstes“ und überraschte Pastor Stefan Krinke (St. Answer) zu seinem heutigen Geburtstag mit einem Kuchen.

Die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten. 40 Tage ist Jesus nach seiner Auferstehung bei seinen Jüngern gewesen. Gleich fährt er zum Himmel auf, um am Ende der Zeiten wiederzukommen, wenn alles heil sein wird. Doch jetzt ist da Unsicherheit. Schwebende Zeit. Mittendrin Jesus und seine Jünger. Noch einmal sind sie zusammen. Die Jünger spüren: Das ist kein normaler Tag. Etwas liegt in der Luft, irgendetwas zwischen Abschied, Verunsicherung und Hoffnung.
„Was steht ihr da und schaut zum Himmel?“ Was Lukas in der Apostelgeschichte über die Himmelfahrt schreibt, ist nichts anderes als ein Bekenntnis zur Erde. Zum hier und jetzt. Zu unserem Leben.
Der Blick geht nicht zu Jesus im Himmel, sondern zu uns hier auf der Erde. Es geht nicht darum, dass Jesus nun weg und im Himmel ist, sondern darum, dass er da war, hier bei uns auf der Erde. Das macht den Himmel menschlicher und die Erde himmlischer. Jesu Spuren und sein Geist. Das ist Halt, das ist das, was bleibt in dieser Welt voll Unsicherheit.

„Wie lieblich ist der Maien“ - Martin Behm hat dieses Lied vor mehr als  400 Jahren gedichtet. Sein Lied überspringt mühelos die Jahrhunderte mit all ihren Umwälzungen und geht auch uns unmittelbar zu Herzen, schon wegen der Melodie – ursprünglich war sie ein Frühlingstanz, hat den ganzen Menschen in Bewegung gebracht, und statt der Orgel schwingen heute hier im Walde die Posaunen – und alle sangen aus vollem Herzen mit.

Pastorin Wiebke Keller (St. Petri) betete mit uns den 47. Psalm „Jauchzt Gott mit fröhlichem Schall“, dazu ruft uns dieser Psalm am heutigen Himmelfahrtstag auf.
Der Posaunenchor unter der Leitung von Martin Soberger leitete musikalisch die nun folgende Taufe ein - „Kind, wir beten für dein Leben“ und das Glaubensbekenntnis als Lied „Ich glaube Gott ist Herr der Welt“.
Pastorin Mareike Hansen (St. Georgsberg) fragte den Täufling: „...nun wollen wir dich taufen – ich hoffe, dass du das auch willst...“, und der kath. Pastor sorgte für Feuer, damit auch die Taufkerze brennen konnte.

 

Nach einem kleinen, schnell behobenen, technischen Problem, aufgrund der wäldlichen Lage, erinnerten uns die „WEGGEFÄHRTEN“ mit den Bittlinger-Liedern daran, wie wichtig doch zwischenmenschliche Beziehungen sind.   „Gut, dass wir einander haben“, denn wir sollen als Menschen und als Gemeinde dem Nächsten Aufmerksamkeit schenken, helfen und füreinander im Leben und Glauben da sein, und dass wir auch wenn wir uns nicht mehr so häufig sehen, z. B im Gottesdienst...doch stets verbunden sind.
Der Dialog zwischen Religionen und Kulturen zielt darauf, Brücken zu bauen, gegenseitigen Respekt und Toleranz untereinander zu fördern und auch einen positiven Umgang mit „Fremdheitserfahrungen“ zu finden. Er hat in Form einer Horizonterweiterung eine aufklärende Wirkung und kann das Aushalten unterschiedlicher Blickwinkel fördern.... “Wir wollen aufsteh'n, aufeinander zugehn“.

 

Pastorin Mareike Hansen begann ihre Predigt zu singen „Heute hier, morgen dort“ und leitete über zum Salomonischen Tempel, und dass es keinen Raum gibt, der Gott fassen kann.
Vom Posaunenchor hörten wir das Himmelfahrtslied  „Jesus Christus herrscht als König“, mit dem sehr nachdenklichen Text, welches die Macht dessen besingt, der nicht mit Gewalt sondern mit seinem Verzicht auf Gewalt im Tod am Kreuz das letzte Wort behält. Christus herrscht im Verborgenen, so, dass wir es normalerweise nicht wahrnehmen. Verdacht und Zweifel, dass er tatsächlich nicht herrscht, haben deshalb auch viel für sich.

Es folgten die Abkündigungen von Domprobst Gert-Axel Reuß sowie gemeinsam das „Vater unser“ mit dem abschließenden Segen von Pastor Wolfgang Rogge (KG Ziethen).

 

 



 

 

 

 

Wohl kaum ein anderes Lied aus Bittlinger's Repertoire hat in den letzten Jahren so die Runde gemacht wie dieses Segenslied - und so begleiteten uns die WEGGEFÄHRTEN auf dem Weg nach Hause mit dem Lied


    „Sei behütet auf deinen Wegen,
    sei behütet auch mitten in der Nacht.
    Durch Sonnentage, Stürme und durch Regen
    hält der Schöpfer über dir die Wacht...“

 

                                        



           in diesem Sinne


                 Christa Weyres-Haubenreißer

 


 

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