Persönliche Vorstellung von Diakon Linus Botha

 

Hiermit möchte ich mich als neuer Kollege im Pfarrteam  schriftlich kurz vorstellen. Ich bin Linus Botha, 43 Jahre alt, in Hamburg geboren, in Neustadt / Holstein und in Lübeck aufgewachsen. Ich  bin zum zweiten Mal verheiratet, habe zwei  erwachsene, angenommene Kinder. Beruflich war ich vormals Zimmermann und Ingenieur. Seit nun mehr sieben Jahren arbeite ich im Sozialen und Diakonischen Bereich, und habe Berufserfahrungen sammeln dürfen in der offenen Jugendarbeit mit straffällig gewordenen drogen- und gewalterfahrenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, in der stationären Eingliederungshilfe in der Alltagsbegleitung und Pflege von Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen und Erkrankungen. Bis vor kurzem habe ich beim psychosozialen Dienst für ein Palliativnetzwerk Menschen und ihre Zu- und Angehörigen in ihrer letzten Lebens- und Sterbephase beleiten dürfen.

Seit 10 Jahre habe ich mich ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen der Seelsorge engagiert und ausbilden lassen, u.a. in der Notfall- und Feuerwehrseelsorge, der Sterbe- und Trauerbegleitung und der Krankenhaus-Seelsorge. In Bielefeld / Bethel habe ich mich vier Jahre berufsbegleitend zum Diakon ausbilden lassen und wurde 2018 in die Diakonische Gemeinschaft Nazareth aufgenommen und 2019 zum Diakon eingesegnet.

 

Mein  diakonisch-christliches Verständnis

Christlich zu leben und zu handeln bedeutet für mich, meinem Nächsten zu dienen, nicht zu (ver-)urteilen, handeln aus der Nächstenliebe Jesu Christi und sich in seine Nachfolge zu stellen. Dabei sind die sieben Ich-Bin-Worte zu einem Schlüssel zum Glauben für mich und die Werke der Barmherzigkeit aus dem Buch Tobit zum inneren und äußeren Dialog und zur täglichen Anleitung zum Handeln geworden. Nach was dürstet es mich, nach was bin ich hungrig, wo bin ich schutzlos, obdachlos, worin bin ich gefangen, was muss ich loslassen, was muss in mir sterben...?

 

Diese Fragen versuche ich an mein Gegenüber zu richten:

„Was brauchst Du?“; „Was willst Du, wobei ich Dir helfe?“; „Nach was hungerst Du?“;  „Nach was dürstet es Dich?“, „Worin bist Du gefangen, schutzlos, nackt?“; „Was musst Du loslassen und begraben“.

Diese Fragen waren und sind mir ein hilfreicher Begeleiter geworden, bei der Begegnung und Begleitung von Menschen und in der Seelsorge. Da sein, annehmen, aushalten, mit echtem Interesse meinem Gegenüber zu begegnen, dass ist nicht immer leicht und erfordert ein gutes Gespür für Nähe und Abstand, für Grenzen und auch die Verletzungen, die wir alle in uns tragen. Denn wir machen uns schuldig, wir verletzen,  zerstören, ebenso, wie wir aufbauen, fördern, heilen und lieben können. Das beginnt schon mit dem Blick, wie wir einander anschauen, einander anreden, einander unterstützen, oder auch nicht, was wir (unter-)lassen, wie wir mit der Schöpfung umgehen, jeden Tag.

 

Außerhalb von Gebet und Gottesdienst bin ich vorsichtig, mit dem direkten Fragen nach Gott. Ich frage eher danach, was  ein Mensch erlebt hat und wie er damit umgeht und was er aus Leben, aus Veränderung und Krise macht.

 

Ein alter Pastor erzählte mir bei einem Spaziergang von einem Bild, dass ihm geholfen hatte, um mit Glaubensthemen Menschen nicht zu verschrecken. Nicht immer ist es zu Beginn gut, den Namen Gott gleich auszusprechen, sondern häufig ergeben sich offene Zugänge zum Göttlichen, Heiligen über die Frage nach dem persönlich Wichtigen im Leben meines Gegenübers. Der Pastor sagte: „Denke Dir eine Tasse Kaffee oder Tee, die steht für Raum geben, Interesse am Gegenüber, dazu gebe ein bisschen Milch, die steht für Eigenes, selbst Erlebtes, oder den eigenen Bezug zum Thema und dazu nur eine Messerspitze Zucker, das heißt Religion, Spirituelles, Geistiges, ansonsten wird der Kaffee oder Tee zu süß, klebrig und ungenießbar“. Dieses Bild empfinde ich als eindrucksvoll, einfach und schnell zugänglich und passt zum Thema: „Wie den Dialog starten...?“

 

Rückblickend auf mein Leben waren es immer die unverhofften, ungeplanten Begegnungen  mit den „Schwächsten“, mit Tieren, Kindern, Menschen mit Behinderungen, mit alten und sterbenden Menschen. Sie haben mir gezeigt, auf was es im Leben vor allem ankommt. Darauf  dass wir  Dinge in Gemeinschaft tun. Friedvoll, liebevoll und vergebend auf sich und andere zu schauen, dann passiert wirkliche Begenung, wenn ich offen und wirklich interessiert bin und die Frage bereit bin zu stellen: „Was möchtest  Du, brauchst Du Unterstützung?“ ; „Worin kann  ich Dir helfen und beistehen... ?“. Das bedeutet für mich ganz konkret Mensch sein, Diakon sein, Menschen zu dienen, das Evangelium zu verkünden durch Wort und Tat.

 

Seit dem 01.04.2020 bin ich für den Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg im Gemeindedienst für Gottesdienste und Kasualien und als Seelsorger für die Gemeinden in Ratzeburg und der Region 2 hauptamlich in Teilzeit angestellt und freue mich auf die Begegnungen von Mensch zu Mensch, eine gute Zusammenarbeit mit allen ehrenamtlichen und hauptamlichen Mitarbeitenden und meine Aufgaben. Ich vertraue darauf, dass Gott meine Wege kennt und meine Schritte lenkt, und dass ich nun mit Ihnen eine Wegstrecke teile.

 

Herzlichst,

Ihr Linus Botha

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