"All you need is love"! - eine Nachlese


All you need is love“ - Alles, was du brauchst, ist Liebe – und die Kirche war wirklich gut besetzt.
„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ - das ist vielleicht das wichtigste Gebot
von Jesus und wird gemeinhin mit dem Christentum gleichgesetzt, und ist einer der Kernsätze des Alten Testaments.

Nur, wer ist mein Nächster?
Mein Nächster ist jeder, der mir begegnet, und der vielleicht auch meiner Hilfe bedarf.

Gospel ist nicht der Sound, der Klang – es ist die Botschaft, „god spell“
übersetzt „gute Nachricht“.
Und so hörten wir vom Gospelchor „Laurentius Ladies“ , die in diesem Jahr ihr 10jähriges Bestehen feiern, aus der Kirchengemeinde Ziethen unter Leitung der Kantorin Christina Sophie Meier am Flügel „This little light on me“,  dieser rhythmisch sehr einfache gospel-song für Kinder, geschrieben 1920 von Harry Dixon Loes, wurde später zur Hymne der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der 50er und 60er Jahre.

Sam Cooke, der als einer der Väter des Soul gilt, hörten wir
„Bring it on home to me“ von der Kirchenband „Weggefährten“  mit Heinz Nestler, der nicht nur am Bass sondern auch singend in der tiefen Tonlage sehr gut zum Ausdruck kam.

Und dann folgte von den „Weggefährten“, mit dabei Regina W. Boysen und Nora Köhler, das immer wieder gern gehörte „Hallelujah“ im Original mit einem Bibelbezug. Die erste Strophe spielt an auf König David aus dem alten Testament, der der Überlieferung nach so schön Harfe spielte und sang, dass er an den Königshof gerufen wurde. Als er später selbst König war, dichtete er Psalme, in denen das Lob Gottes "Halleluja" ständiges Thema ist.
Außerdem wird auf die Begleitakkorde des Liedes verwiesen: "it goes like this, the fourth, the fifth, the minor fall, and the major lift" - das sind die Akkorde C, F, G, A-moll, F.
Die zweite Strophe spielt zunächst auf Davids verbotene Affäre mit seiner Nachbarin Bathseba, die er heimlich beim Baden auf ihrem Hausdach beobachtet hatte. Aus Liebe zu ihr schickte er ihren Ehemann in den Tod. Für seine Tat wurde er von Gott mit dem Verbot gestraft, einen Tempel für ihn zu bauen (das durfte erst Davids Sohn Salomon).
Dann kommt es zur Geschichte von Samson. Dieser wurde zur Rettung der Israeliten von Gott gesandt. Samson besitzt unmenschliche Kräfte, allerdings nur solange sein Haar nicht geschnitten wird. Als er sich aber verliebt, kommt alles anders. Der Refrain besteht jeweils aus mehrfacher Wiederholung des Wortes Hallelujah. Und das ist der Dreh- und Angelpunkt des Songs. Denn dieser Song soll uns klar machen, dass es auch weltliche Dinge abseits von Religion gibt, die uns ein "Hallelujah" hervorrufen können.

Von den „Laurentius Ladies“ erklang „HE is always close to you, whereever you are, whatever you do“,  ein wunderschöner Song, der von der Nähe zu Gott handelt. Es geht darum, dass ER immer in der Nähe ist und sich nie weit entfernt, wenn man ihn braucht. Ein Gedanke, den man vielleicht auch auf andere Menschen übertragen kann, so dass ER sich für noch mehr Menschen öffnet.

„Massachusetts“ ist eine Art Anti-Flower-Power-Song, mit dem die Bee Gees ihren ersten weltweiten Nummer-Eins-Hit landeten, und welcher bei Regina von den „Weggefährten“ alte Jugenderinnerungen hervorgerufen hat.

 

 

Die „Weggefährten“ spielten nun wieder „Cry to me“ von Salomon Burke
der in Philadelphia geborene Katholik war ein leidenschaftlicher Prediger. Kaum jemand hat Gospel, Soul, Blues und Rock & Roll so wunderbar miteinander verschmolzen wie Solomon Burke .
Über einen Mangel an himmlischem Segen konnte sich Solomon Burke nie beklagen. Zu seinen größten Fans gehörten immerhin auch Päpste. Johannes Paul II. und Benedikt XVI. luden den gewichtigen Soul- und Bluessänger gern zu Weihnachtsfeiern in den Vatikan ein.

Frisch, fröhlich, frei hörten wir von den „Weggefährten“ das unbeschwerte „Obladi oblada“ der Beatles. Die Redewendung "Ob-la-di, ob-la-da" hatte Paul McCartney damals schon im Kopf. Sie stammt aus Nigeria und bedeutet so viel wie "Es kommt, wie es kommt“

Nach dem musikalischen Gottesdienst standen wir noch zufrieden mit einem Gläschen Wein beieinander und genossen die Gemeinschaft in der Gemeinde.

Und vielleicht hat dieser etwas andere musikalische Gottesdienst ein wenig dazu beigetragen, den Glauben an die Liebe nie zu verlieren;

in diesem Sinne
Christa Weyres-Haubenreißer

 

 

 

 

 

 


 

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